Kasimir und Karoline

Und die Liebe höret nimmer auf.
Volksstück von Ödön von Horvath

Inhalt
Kasimir und Karoline lieben sich. Sie will sich auf dem Oktoberfest amüsieren. Kasimir ist nicht nach Feiern zumute, da er grad arbeitslos geworden ist. Die Missverständnisse nehmen ihren Lauf und sie fangen an zu streiten. Sie flirtet mit Schürzinger, einem Textildesigner, und lässt sich mit dessen Chef Rauch auf ein gewagtes Abenteuer im Auto ein um gesellschaftlich aufzusteigen. Rauch erleidet in ihren Armen einen Herzanfall. Obwohl sie ihm das Leben rettet, lässt er sie fallen. Mittlerweile hat sich Kasimir aus Kummer kräftig betrunken. Für Merkl Franz, der arbeitslos auf die schiefe Bahn geraten ist, steht er mit dem Merkl Franz seiner Erna Schmiere, während Merkl auf dem Parkplatz die hochkapitalistischen Limousinen ausraubt. Merkl wird verhaftet. Erna und Kasimir tun sich zusammen. Reuevoll kommt Karoline zu Kasimir zurück, wird aber von den beiden nur verspottet. Sie tut sich mit Schürzinger zusammen. Die Liebenden haben sich verloren, gesucht, und nicht mehr gefunden; wie das Leben so spielt.

Ensemble
Kasimir: Kaspar Locher
Karoline: Maria Lisa Huber
Rauch: Werner Biermeier
Speer: Bastian Stoltzenburg
Ausrufer: Andrej Reimann
Assistent: Elvio Avila
Schürzinger: Florian Steiner
Merkl Franz: Lennart Lemster
Erna: Tatjana Sebben
Elli: Miriam Dey
Maria: Mahalia Slisch
Chor:  Chiara Chresta, Elisabeth & Olga Doering, Sophie Pfenninger, Noah Joel Huber, Thomas Schürpf

Musik
Goran Kovacevic & Baro Drom Orkestar
Goran Kovacevic – Musikalische Leitung
Thomas Schürpf – Chorleitung
Gabriele Pozzolini – Drums and Tamburelli
Vieri Bugli – Violin
Modestino Musico – Accordion
Michele Staino – Bass

Stab
Regie, Produktion: Astrid Keller
Produktionsleitung: Leopold Huber
Bühne, Kostüme: Beate Faßnacht
Choreografie: Sonny Walterspiel
Licht: Marco Scandola
Maske: Beatrice Riedener
Regieassistenz: Constanze Wagner
Kartenreservation, Abendkasse: Achim Wehrle
Tontechnik: Liam Crosby
Abendspielleitung: Peter Link
Grafik: Siegrun Nuber
Fotos: Mario Gaccioli
Garderobe: Elisabeth Lang
Administration: Mösli Treuhand AG, Birgit Castioni
Produktion: Huber & Keller, Verein See-Burgtheater

Presse

art.tv am 04. Juli 2017
“Und die Liebe höret nimmer auf! Wunderbare Inszenierung eines Klassikers, ein Theatererlebins erster Güte.”
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Thurgauer Zeitung am 15.07.2017
“Dunkle Sehnsucht am Oktoberfest”
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“Was die Liebe aushalten kann”
Ob die Liebe nimmer aufhört, das ist hier die Frage. Ob sie alles verträgt, alles glaubt, alles hofft und alles duldet? Kann sein – solange man nicht arbeitslos ist. Kasimir hat sich hineingefressen in sein Unglück, er ist willens, es sich bis zum bitteren Ende einzuverleiben. Streit ist unter diesen Umständen vorprogrammiert. Die amüsierbereite Karoline denkt nicht dran, sich der miesen Stimmung ihres Geliebten zu unterwerfen. Es ist Oktoberfest, und alle gehen hin. Ödön von Horváth braucht in “Kasimir und Karoline” nicht viel Personal, um die gesamte Gesellschaft auf der Wiesn zusammenzubringen: Ein Arbeitsloser, ein Kleinkrimineller, ein Angepasster, zwei Vertreter der Macht und zwei Frauen. Karoline hat noch Ambitionen. Es könnte schon sein, dass ihr der Streit mit Kasimir gerade recht kommt, um sich umzuorientieren. (…)
Suedkurier am 14.07.2017
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“Dunkle Sehnsucht am Oktoberfest”
Mit Ödön von Horváths «Kasimir und Karoline» setzt Astrid Keller auf ein Stück, das auf unsere Gegenwart verweist. In stimmungsvoller Naturkulisse entfaltet sich am Kreuzlinger Seeufer ein ebenso grelles wie bedrückendes Drama.  (…)
Thurgauer Zeitung am 15.07.2017

“Wenn die Liebe abhandenkommt”
Frau liebt Mann. Mann verliert Arbeit, demütigt Frau. Frau bandelt mit anderem Mann an. Mann sucht sich andere Frau. «Es ist immer der gleiche Dreck», sagt Frau, weil doch alles egal ist. Der Mann heisst Kasimir, die Frau heisst Karoline, Schauplatz ist das Münchner Oktoberfest. Geschrieben hat die traurige Liebesgeschichte Ödön von Horváth, 1932 wurde sie uraufgeführt: «Die Menschen wären doch gar nicht schlecht, wenn es ihnen nicht schlecht gehen tät.» (…)
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Thurgauer Zeitung
“Eine Fast-Liebesgeschichte”
„Horvath hat die grösste literarische Kraft unter den Dramatikern des 20. Jahrhunderts”,lobt Intendant Leopold Huber. „Seine Dialoge erlauben uns Einblicke in die Seele der Figuren. Er lässt sie oft haarscharf am Thema vorbeireden – was bei aller Tragik auch wunderbar komisch ist.” Genau dieser komödiantische Aspekt ist für die Regisseurin Astrid Keller eine Herausforderung. „Man sollte bei Horvath nicht auf Komik setzen, sondern auf Humor”, sagt sie. Leichtigkeit und tiefer Ernst müssten Hand in Hand gehen. Ernst ist „Kasimir und Karoline” durchaus, denn es geht um eine Beziehung, die durch wirtschaftliche Not und Missverständisse zerbricht. Astrid Keller will die Geschichte allerdings nicht ganz so pessimistisch erzählen. „Für mich endet mit dem Stück nur ein Tag im Leben des Paares. Vielleicht hat ihre Liebe später durchaus eine Chance.” Horvath hatte das Stück unter das biblische Motto gestellt „Und die Liebe höret nimmer auf.” Insofern ist diese Lesart durchaus vom Autor sanktioniert.(…)
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Thurgaukultur.ch
“Der geistige Grossvater auf der Seebühne”
Auch in diesem Jahr glitzert und glimmert es wieder im See-Burgtheater, auch hier gibt es eine dramatische Liebesgeschichte: Nach dem Varieté-Musical «Ein Käfig voller Narren» 2016 folgt 2017 «Kasimir und Karoline» vom «heimatlosen» Autor Ödön von Horvath. (…)
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