Ein Käfig voller Narren

(La Cage aux Folles) Musical von Jerry Herman und Harvey Fierstein.
»Wir sind, was wir sind, doch was wir sind, sind wir nur scheinbar.«

Geschichte
1973 wurde Jean Poirets Theaterstück La Cage aux Folles in Paris uraufgeführt. 1978 entstand Edouard Molinos Kinofassung mit Michel Serrault und Ugo Tognazzi. Wegen des grossen Erfolges folgte 1983 das Broadway Musical. Heute, da die Schwellen der Ausgrenzung sinken, ist das Stück ein Plädoyer für Toleranz.

Inhalt
Georges, Betreiber des Nachtclubs »La Cage aux folles«, und sein Lebensgefährte Albin, der als Drag-Queen Zaza der umjubelte Star des Clubs ist, müssen zur Kenntnis nehmen, dass Georges’ Sohn Jean-Michel heiraten will. Schon am nächsten Tag wollen seine Verlobte Anne und deren erzkonservative Eltern die Schwiegerfamilie kennen lernen. Unter dem Druck, eine »normale Familienwelt« vorgaukeln zu müssen, geht so manches schief – bis sich schliesslich mit etwas Nachdruck die Toleranz durchsetzt.

Ensemble
Georges, Besitzer des Nachtclubs La Cage aux folles: Andreas Zaron
Albin, sein Lebensgefährte und als Zaza Star des Clubs: Helmut Mooshammer
Jacob, Butler-Zofe: Frank Wöhrmann
Jean-Michel, Georges Sohn aus einer früheren Beziehung: Michl Kopmann
Anne Dindon, Jean-Michels Verlobte: Maria Lisa
Edouard Dindon, Annes Vater und ultrarechter Abgeordneter: Walter Küng
Marie Dindon, Annes Mutter und Frau von Edouard: Astrid Keller
Jacqueline, Restaurantbesitzerin: Miriam Japp
Francis, Inspizient mit Spielverpflichtung: Bastian Stoltzenburg
„Les Cagelles“ die Travestie-Tänzer: Chantal, Hanna, Mercedes, Phädra

Band
Yvonne Böhm – Klarinette, Altsaxophon
Christian Kramer – Posaune
Stefan Schäfer – Trompete, Flügelhorn
Frank Denzinger – Schlagzeug
Hartmut Heinzelmann – Bass
Volker Zöbelin – Klavier, Akkordeon

Stab
Regie, Produktion: Leopold Huber
Musikalische Leitung: Volker Zöbelin
Bühne, Kostüme: Klaus Hellenstein
Choreografie: Sabine Höltschi
Licht: Marco Scandola
Maske: Maskenwerkstatt Wartenberg
Regieassistenz, Abendkasse: Achim Wehrle
Abendspielleitung: Peter Link
Tontechnik: Liam Crosby
Ausstattungsassistenz: Josefina Eck
Öffentlichkeitsarbeit: Petra Reinmöller
Grafik: Siegrun Nuber
Fotos: Mario Gaccioli
Garderobe: Elisabeth Lang
Administration: Mösli Treuhand AG, Birgit Castioni
Produktion: Huber & Keller, Verein See-Burgtheater.

Presse

Musical „Ein Käfig voller Narren“ in Kreuzlingen
Kreuzlingen, 28. April 2016

See-Burgtheater strapst wieder auf
Das See-Burgtheater zeigt dieses Jahr einen Travestie-Klassiker in der passenden schillernden Umgebung. Regisseur Leopold Huber inszeniert „Ein Käfig voller Narren“; Spielort ist erstmals ein historisches Spiegelzelt, das im Seeburgpark stehen wird. Die queere Komödie spielt mit Geschlechterrollen und ist ein farbenfrohes Spektakel inklusive aufgestrapsten Männerbeinen. Hinter dem Regenbogen geht es schliesslich um ein ausgewachsenes Beziehungsdrama, um Kinder, die spiessiger sind als ihre Eltern und vor allem um Toleranz. Premiere ist am Donnerstag, 14. Juli 2016.

Die Entscheidung für das Stück fiel beim See-Burgtheater nach einer Äusserung des Churer Bischofs Vitus Huonder. „Als Huonder in einer Rede eine Stelle aus dem Alten Testament zitiert hat, wonach Beischlaf unter Männern mit dem Tod bestraft gehöre, hat es mir die Nackenhaare aufgestellt“, so Leopold Huber. „Da habe ich gemerkt, dass freie Sexualität nicht selbstverständlich ist.“

„Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.“
Die berührende Geschichte über Liebe und Toleranz spielt im bunten Nachtclub  „La Cage aux Folles“, dem titelgebenden Käfig voller Narren. Betrieben wird dieser Nachtclub von einem alternden schwulen „Ehepaar“: Georges und Albin, der sich als Travestiekünstlerin Zaza allnächtlich auf der Bühne feiern lässt. Zur Familie gehört noch Georges Sohn Jean-Michel, das Ergebnis eines Ausrutschers mit einer Frau. Als Jean-Michel heiraten will und den konservativ-prüden Eltern seines Mädchens eine „anständige“, also tuntenfreie Familie vorstellen will, geben sich seine bunten Eltern ihm zuliebe alle Mühe. Das geht allerdings weder ohne Reibereien noch ohne Pannen von statten…

„Du kommst hierher, und weisst dabei nicht ganz genau, triffst du dein Häschen, deinen Boyfriend, deine Frau?“
Huber: „Das Theaterstück aus dem Jahr 1973 zeigt uns, wie sehr die Gesellschaft sich gegenüber den verschiedenen Varianten des Zusammenlebens geöffnet hat. Es ist ein Aufruf zur Toleranz.“ Patchwork-Familien sind allgegenwärtig, Homosexualität ist in unseren Breitengraden kein Stein des Anstosses mehr. Die bunte Welt der Travestie und des Varietés sorgen heute nicht mehr für rote Ohren, sondern für Lachtränen.

„Wenn dich diese Stimmung mal packt, zieh dich aus und trink dein Glas einfach nackt.“
Das Stück ist der Traum eines jeden Kostümbildners und so wird auch Klaus Hellenstein für das See-Burgtheater keine Glitzer-Möglichkeit auslassen. Er steckt die Herren in Federboas und Pailletten, spart nicht an Netzstrümpfen und Korsagen. Mit dem Musicaldarsteller Andreas Zaron und Helmut Mooshammer vom Deutschen Theater in Berlin schillert diesen Sommer das liebenswerteste Paar seit Asterix und Obelix im Spiegelzelt um die Wette.

„Willst du was erleben, nimm ein Taxi, fahr mal eben zum La Cage aux Folles“
Die musikalische Leitung des Musicals übernimmt Volker Zöbelin. Seine sechsköpfige Band wird die Schauspieler live begleiten. Selbstverständlich ist auch der absolute Publikumsliebling „I am what I am“ zu hören, der in der Version von Gloria Gaynor zu den Standards der Szene gehört. Zwischen 14. Juli und 11. August sind zwanzig Vorstellungen geplant. Kartenreservierungen sind schon jetzt möglich.