Land ohne Worte

Sprachlos in Kabul
Mit Dea Lohers „Land ohne Worte“ widmet sich das See-Burgtheater in seiner Winterproduktion den Experimenten und Formen der neueren Dramatik. Theater, Kunst und neue Medien verbindend inszeniert Leopold Huber im März 2009 das Ein-Frau-Stück als Studioproduktion im Kunstraum Kreuzlingen und im Kunstverein Konstanz.

Inhalt
Astrid Keller spielt eine Malerin, die in Kabul Krieg, Gewalt und Armut erlebt hat. Sie versucht ihre Erfahrungen in Bilder zu fassen, was ihr jedoch nicht gelingt. Kunst kann das menschliche Leid kaum fassen und nur schwer bewältigen. In einem immerwährenden Alptraum, aus dem es scheinbar kein Erwachen gibt, ringt sie mit der Frage, was angesichts des Schreckens überhaupt noch ihr Sujet in der Kunst sein könnte. Dabei beleuchtet sie ironisch den Kunstmarkt, was im Gegensatz zu den realistischen Schilderungen für heitere Momente sorgt.

Dea Loher hat einen eindrucksvollen Monolog geschaffen, der der Frage nachgeht, was Kunst darstellen, bewirken, verändern kann in unserer Welt. Besonders erstaunlich: Indem sie bekennt, Kunst müsse eigentlich vor der Realität kapitulieren, kommt sie dieser Realität letztlich am Nächsten. Die vielfach ausgezeichnete deutsche Dramatikerin und Prosaautorin lebt und arbeitet in Berlin, wo sie jüngst den Berliner Literaturpreis 2009 entgegennahm.

Mit dem Kunstraum Kreuzlingen und dem Kunstverein Konstanz als Kooperationspartner und als Spielorte hat das See-Burgtheater ein treffendes Umfeld für das Stück gefunden. Die Ausstellungsräume werden zum Schauplatz für den Entstehungsprozess von Kunst. Ein Podest, eine leere Staffelei bilden das Inventar. Ein Fotostudio-Hintergrund dient als Projektionsfläche für die gelebten Alpträume.

Pressestimmen
Thurgauer Zeitung vom 7.3.2009
Kreuzlinger Tagblatt 7.3.2009

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    05. – 21. März.2009

     

    von Dea Loher

     

    Kunstraum Kreuzlingen und Kunstverein Konstanz