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William Shakespeare  1564 – 1616

Das, was man von William Shakespeare weiss, findet leicht auf einer Seite Platz.
Seine Werke aber und die Sekundärliteratur dazu füllen allein in der Unibibliothek Konstanz drei lange Regale.

Aktenkundig ist: William Shakespeare wurde im April 1564 geboren in Stratford-on-Avon, einem kleinen Kaff, 130 km von London entfernt. Sein Grossvater wurde dortselbst als Räuber 20 Jahre vordem gehenkt. Sein Vater war Landwirt, dann Lederhändler, Handschuhmacher, Holzhändler und er eroberte Mary Aden, die aus besseren Kreisen stammte und keine Gehenkten in der Ahnengalerie hatte. William, das dritte von acht Kindern, erhielt etwas Erziehung, die der Pfarrer von Stradford geben konnte, eine weiter Schulbildung genoss er nicht. Mit 18 heiratete er die acht Jahre ältere Ann Hathaway, die ein Kind von ihm erwartete. Mit 23 verliess er seine Frau und die drei Kinder, die sich mittlerweile angesammelt hatten, und machte sich nach London auf.

Sieben Jahre hörte man nichts mehr von ihm. Manche Biografen lassen ihn in dieser Zeit nach Italien reisen, andere lassen ihn an der Universität studieren und wieder andere sehen ihn als Soldat oder gar Prediger. In Wahrheit weiss man einfach nichts. Danach weiss man, dass Shakespeare Schauspieler war. Er gehörte der Gruppe der Lord Chamberlain`s Men an. 1494, sagen die Akten, kaufte er einen Anteil am Betriebskapital des Theaters. 1497 erwarb er ein schönes Haus in Stratford, wo die Grundstückspreise nicht so hoch waren wie in London, und 1602 erwarb er etwa zwanzig Hektar Land dazu. Kurz darauf war er in einen Prozess wegen Bedrohung mit der Waffe verwickelt, und im Jahre 1612 in einen anderen Prozess, weil er eine Ehe gestiftet und dabei dem Mädchen eine Mitgift versprochen hatte, die er dann nicht auszahlte.

1610 hörte er zu Schreiben auf und zog sich ganz nach Stratford zurück, wo er ein wenig Wucher trieb. Am 23. April 1616 starb er und wurde in der Pfarrei beigesetzt. Er hinterliess kein einziges Manuskript, nur fünf Unterschriften, eine im Testament, eine in einem Buch von Montaigne, drei auf juristischen Dokumenten. Sie sind alle verschieden.

Persönliche Erinnerungen von Schriftstellern und Schauspielern, die ihn kannten, sprachen übereinstimmend von seiner grossen Anziehungskraft, von seinem „unermüdlichen Wohlwollen“, von seinem „überaus lebhaften Geist“. Alle, die ihm in der Mermaid Tavern zuhörten, wohin er jeden Abend ging, behielten ihn, wie sie sagten, in „bezaubernder Erinnerung“.

Shakespeares Identität ist nach den neuesten Untersuchungen ungewisser denn je. Die „Stratfordianer“ sehen den Dichter identisch mit einem Mann namens Shakspere, der in Stratford seine Geschäfte betrieb, die nicht immer zweifelsfrei waren.

Die „Oxfordianer“ wiederum bezweifeln, dass jener Geschäftsmann aus Stratford das poetische Riesenwerk geschaffen haben könne, sie versuchen zu beweisen, dass Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford, unter dem Pseudonym Shakespeare schrieb.

Wann dieser Shakespeare seine 37 Dramen, 2 Epen und 154 Sonette geschrieben haben mag, grübelte die Literaturwissenschaft aus den verschiedenen Folio-Quarto- und Raubdrucken heraus. Wir danken ihm für solche Hämmer wie Richard III (1591) Romeo und Julia, Sommernachtstraum, Der Widerspenstigen Zähmung (1594-95) Hamlet (1600), Othello (1604) King Lear (1605), Macbeth (1606).