Stab
Geboren 1979. Seine künstlerische Tätigkeit startet er 1998 mit der Band A Little Green in der er heute noch als Sänger und Gitarrist durch das Programm führt. 2001 bis 2005 absolviert er seine Schauspiel-Ausbildung an der Scuola Teatro Dimitri. Ab 2005 folgen zahlreiche Theaterproduktionen mit Schwerpunkt Musik und Theater mit Engagements und Auftritten in der Schweiz, Deutschland und Italien. 2010 wird er Mitglied des A-Cappella-Theaterensembles Zapzarap. Während mehreren Jahren bestreitet er über 300 Aufführungen. Nach einer Pause ist er seit 2023 er wieder festes Ensemblemitglied.
2012 ist er Mitbegründer und Co-Leiter der Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld. Seit 2012 stand er auch regelmässig beim See-Burgtheater auf der Bühne und inszenierte 2022 Lysistrata. Seit 2024 ist er Co-Intendant des See-Burgtheaters.
Interview mit Giuseppe Spina
Du spielst gleich mehrere Rollen, dazu Gitarre in der Band. Schöne Herausforderung oder Stress pur?
Ja, das ist eine Herausforderung und gleichzeitig auch eine schöne Gelegenheit, da ich gleich mehrere Facetten meines Bühnenschaffens zeigen darf. Insgeheim spüre ich allerdings auch eine liebevolle «Retourkutsche» von meinem Freund und Regisseur Simon Engeli, den ich im letzten Jahr ebenfalls in verschiedenen Rollen und als Drummer in der Band über die Bühne hetzen durfte.
Nach deiner letztjährigen Regiearbeit spielst du dieses Jahr wieder im Ensemble. Was ist schlimmer für dich an der Premiere: Das Lampenfieber als Schauspieler oder die Nervosität als Regisseur?
Als Schauspieler bin ich definitiv nervöser. Die Arbeit liegt noch vor einem und man ist ein kleiner Teil eines komplexen Getriebes. Das Publikum sieht das Stück zum ersten Mal, da können so viele Überraschungen hinter der nächsten Ecke lauern und man hat definitiv noch keine komplette Übersicht darüber, was alles auf der Bühne und im Austausch mit den Zuschauerinnen und Zuschauern passiert.
Als Regisseur hingegen kann ich das Stück jeweils schon in den Endproben graduell loslassen und komme an die Premiere mit einem erfüllten Gefühl getaner Arbeit. Das beruhigt ungemein.
Angenommen, du hättest mal einen Sommer lang frei und eine kleine Schatztruhe – wohin würdest du segeln?
Ich weiss nicht, ob ich segeln würde, da die Wellenbewegungen auf dem Wasser eine grosse Herausforderung für mein Innenohr darstellen. Aber angenommen, ich wäre medizinisch dazu in der Lage, so würde ich die Adria runter nach Santa Maria di Leuca segeln, in meine Heimat. Dort lege ich mich so lange in die Sonne, bis meine Haut den Farbton «Mozzarella» verlässt und sich in Richtung «Milchkaffee» bewegt (dauert bei mir sehr lange, da ich mir mit meiner Behaarung ständig selber Schatten spende).
In der Schatzkiste wären übrigens ein Büchlein und Schreibzeug, um einerseits die Reise zu dokumentieren und andererseits Ideen für das See-Burgtheater im Folgesommer zu sammeln.
