Ensemble
«Calico» Jack Rackham
Tommy Müller absolvierte die Scuola Teatro Dimitri und arbeitet heute für die Stiftung Theodora. Als Traumdoktor «Dr. U. Fröhlich» besucht er Kinder in Spitälern und verantwortet das Team der Ostschweizer Traumdoktoren. Zudem gibt er Kurse für Social Clowning und coacht Besuchsclowns in Altersheimen. Für den Circus Balloni leitet er Zirkusanimationen und ist gemeinsam mit Pepe als Clownsduo unterwegs. Mit seiner Familie lebt er im aargauischen Fricktal.
Interview mit Tommy Müller
Tommy, vielen unserer Zuschauerinnen und Zuschauern bist du in bester Erinnerung als Matto in „La Strada“ (2007). Wie fühlt sich die Rückkehr nach 19 Jahren an?
Es ist herrlich. Ich darf an einem Ort arbeiten, wo ich auch meine Ferien verbringen würde, zusammen mit Menschen, mit denen ich auch meine Ferien verbringen würde. Dazu komme ich aus der Clownerie und spiele nicht oft in einem Theaterstück. Ich finde es total aufregend.
«Calico» Jack Rackhams Facetten reichen von Lebensfreude über tiefe Enttäuschung und Absturz bis zu Edelmut in letzter Minute. Was bedeutet dir die Figur?
Ich habe grossen Spass daran, eine Figur mit so breiter Gefühlspalette zu spielen. Der fröhliche Teil fällt mir leichter, da er mir näher ist. Aber ich geniesse es in vollen Zügen, mich als Calico im Schmerz suhlen zu dürfen.
Als «Traumdoktor» der Theodora-Stiftung besuchst du häufig Kinder im Krankenhaus. Sind das ganz unterschiedliche Arbeitsweisen oder gibt es Berührungspunkte zu einer Theaterinszenierung?
Wenn ich Kinder im Spital besuche, ist meine ganze Aufmerksamkeit nach aussen gerichtet: Wie geht es dem Kind, wer ist bei ihm, was braucht das Spitalpersonal? Ich passe mich dauernd an die Umstände an – immer mit dem Ziel, dem Kind etwas Leichtigkeit und Fröhlichkeit zu schenken. In der Theaterinszenierung legen wir fest, was Calico wann fühlt und tut und wiederholen es, bis es ins Gesamtbild passt. Ich kann nicht einfach meinen Impulsen folgen, da ein ganzes Team daran hängt. Für mich ist das grad ein komplett anderer Beruf.
